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Lexikon

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Fristen, Rechte & eAU

EmmaVeröffentlicht Aktualisiert 19 Min. Lesezeit
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Fristen, Rechte & eAU | Ordio

Häufige Fragen zu Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Was passiert bei 6 Wochen krank, 1 Tag arbeiten, wieder krank?

Jede neue Erkrankung wird grundsätzlich gesondert betrachtet. Nach einer kurzen Rückkehr an den Arbeitsplatz beginnt für die nächste Krankheit die 6-Wochen-Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers erneut – vorausgesetzt, es liegt keine zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit vor. Du brauchst eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und eine unverzügliche Krankmeldung. Zu Rückdatierung und Fristen: rückwirkend krankschreiben.

Wie oft darf ich 3 Tage ohne Attest krank sein?

Es gibt keine gesetzliche Jahresgrenze für kurze Erkrankungen ohne Attest. Üblich ist: Der Arbeitgeber kann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens ab dem vierten Kalendertag verlangen (§ 5 EFZG), sofern nicht im Vertrag eine frühere Frist vereinbart ist. Bei häufigen Ausfällen kann der Arbeitgeber die Vorlage schon ab dem ersten Tag verlangen, wenn das vertraglich festgelegt ist.

Gilt die 3-Tage-Regel am Wochenende?

Fällt der letzte Tag der dreitägigen Frist auf einen Sonn- oder Feiertag, verlängert sich die Vorlagefrist für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den nächsten Werktag. Die Krankmeldung an den Arbeitgeber solltest du dennoch so früh wie möglich geben – auch am Wochenende. Die Frist zählt in Kalendertagen (§ 5 EFZG).

Wer stellt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus?

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt ein approbierter Arzt oder Zahnarzt aus, wenn du wegen Krankheit vorübergehend nicht arbeiten kannst. Seit 2023 übermittelt die Praxis die eAU elektronisch an deine Krankenkasse; du erhältst in der Regel keine Papierbescheinigung mehr für den Arbeitgeber – der Betrieb ruft den Nachweis ab.

Welche Rechte und Pflichten gelten bei einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Du musst die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich melden und den ärztlichen Nachweis fristgerecht sichern – spätestens bis zum Ende des dritten Kalendertags (§ 5 EFZG), früher wenn vertraglich vereinbart. Der Arbeitgeber gewährt bei Voraussetzungen nach EFZG Entgeltfortzahlung und darf bei GKV die eAU abrufen, ohne Diagnosedaten zu erhalten.

Muss ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen?

Der Arbeitgeber kann die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen, sobald die gesetzliche oder vertragliche Frist greift – gesetzlich spätestens ab dem vierten Kalendertag (§ 5 EFZG). Ohne rechtzeitigen Nachweis kann die Entgeltfortzahlung entfallen, wenn du die Versäumnis zu vertreten hast; oft gibt es eine Nachfrist.

Warum brauche ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert deine Arbeitsunfähigkeit gegenüber dem Arbeitgeber und der Krankenkasse. Sie ist Voraussetzung für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und für die korrekte Abwesenheitsführung im Betrieb – ohne dass dein Arbeitgeber Diagnosedaten erhält (bei eAU).

Was ist die eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung)?

Seit 1. Januar 2023 stellt der Arzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch bei der Krankenkasse ein. Der Arbeitgeber ruft die eAU über sv.net oder angebundene Entgeltabrechnungsprogramme ab. Diagnosen erhält der Arbeitgeber nicht. Bei Störungen oder für viele Privatversicherte kann weiterhin Papier nötig sein.

Was muss in einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung enthalten sein?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss unter anderem Name und Anschrift des Patienten, den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit, das Ausstellungsdatum und die Unterschrift des Arztes enthalten. Seit der eAU werden die Pflichtangaben digital übermittelt; auf Papier gibt es getrennte Ausfertigungen für Arbeitgeber, Kasse und Versicherte.

Wann muss ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einreichen?

Den Nachweis musst du spätestens bis zum Ende des dritten Kalendertags der Arbeitsunfähigkeit sichern (§ 5 EFZG), wenn der Arbeitgeber die AU verlangt – früher bei Vertragsfrist. Die Krankmeldung erfolgt unabhängig davon sofort. Bei GKV informierst du den Betrieb; der Abruf der eAU läuft über die Krankenkasse.

Was passiert, wenn ich die AU zu spät einreiche?

Der Arbeitgeber kann die Entgeltfortzahlung für die versäumte Zeit verweigern, wenn du die Verspätung zu vertreten hast. Üblich ist eine Nachfrist zur Nachreichung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ohne Nachweis bleibt der Anspruch aus, bis die AU vorliegt – medizinische Rückdatierung ist nur in engen Grenzen möglich.

Gilt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch für Minijobber?

Ja. Auch Minijobber unterliegen der Melde- und Nachweispflicht nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz, sofern kein abweichender Vertrag gilt. Die Fristen für Krankmeldung und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entsprechen denen anderer Beschäftigter; der Arbeitgeber kann die eAU bei der zuständigen Krankenkasse digital abrufen.