Zum Inhalt springen

Lexikon

Finanzbuchhaltung: Leitfaden für Arbeitgeber 2026

EmmaVeröffentlicht Aktualisiert 9 Min. Lesezeit
Finanzbuchhaltung: Leitfaden für Arbeitgeber 2026 | Ordio

Häufige Fragen zu Finanzbuchhaltung

Was versteht man unter Finanzbuchhaltung?

Finanzbuchhaltung (Fibu) erfasst alle Geschäftsvorfälle mit finanzieller Wirkung – von Einnahmen über Verbindlichkeiten bis zu Anlagen. Du erhältst damit ein nachvollziehbares Bild für Jahresabschluss, Steuern und Auswertungen. Sie gehört zum externen Rechnungswesen und ist von der Lohnbuchhaltung getrennt.

Welche Aufgaben hat die Finanzbuchhaltung?

Typische Aufgaben sind Belegerfassung, Kontierung, laufende Buchungen und die Abstimmung von Bank sowie Kasse. Du stellst Auswertungen wie die BWA oder Summen-Salden-Listen bereit und lieferst Abschlussdaten für Bilanz und GuV. So erkennst du früh Abweichungen und unterstützt die Steuerplanung.

Wer ist buchführungspflichtig?

Kapitalgesellschaften sind in der Regel zur doppelten Buchführung verpflichtet. Einzelkaufleute können unter den Grenzen des § 241a HGB (800.000 € Umsatz und 80.000 € Überschuss in zwei Jahren) befreit sein. Prüfe Rechtsform, Umsatz und Gewinn mit deinem Steuerberater, bevor du auf EÜR setzt.

Was ist der Unterschied zwischen doppelter Buchführung und EÜR?

Bei der doppelten Buchführung buchst du jeden Vorgang auf mindestens zwei Konten (Soll und Haben) und erhältst Bilanz sowie GuV. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung vergleicht nur Einnahmen und Ausgaben – einfacher, aber weniger detailliert für Steuerung und externe Dritte.

Was sind SKR 03 und SKR 04?

SKR 03 und SKR 04 sind Standardkontenrahmen für die deutsche Buchführung (häufig im DATEV-Umfeld). SKR 03 ordnet Konten nach betrieblichen Abläufen, SKR 04 nach der Bilanzstruktur. Dein Kontenplan passt den gewählten Rahmen an dein Unternehmen an – oft gemeinsam mit dem Steuerberater.

Wie lange müssen Belege aufbewahrt werden?

Geschäftsunterlagen und Belege musst du nach der AO grundsätzlich zehn Jahre aufbewahren (§§ 145–147 AO). Digitale Archivierung ist möglich, wenn Lesbarkeit und Unveränderbarkeit gewährleistet sind (GoBD). Lege Ablage und Zugriffsrechte früh fest, damit Prüfungen nicht ins Stocken geraten.

Brauche ich eine Buchhaltungssoftware?

Ab steigender Belegzahl oder mehreren Konten lohnt sich Buchhaltungssoftware oder die Übergabe an einen Steuerberater. Du solltest Belegworkflow, Bankanbindung, USt-Logik und DATEV-Export prüfen. Viele KMU kombinieren Software für den Alltag mit dem Steuerberater für Abschluss und Steuererklärung.

Was ist der Unterschied zwischen Finanz- und Lohnbuchhaltung?

Die Finanzbuchhaltung bildet das gesamte Unternehmen ab. Die Lohnbuchhaltung kümmert sich um Entgelte, Abzüge und Meldungen – die Summen fließen als Personalkosten in die Fibu ein. Du trennst beide Bereiche fachlich, auch wenn dieselben Zahlen am Monatsende zusammenlaufen.

Was sind Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung?

In der Debitorenbuchhaltung führst du Forderungen aus Kundenumsätzen, in der Kreditorenbuchhaltung Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Beides gehört zur Finanzbuchhaltung und sollte monatlich mit Bankkonto und Belegen abgestimmt werden. Offene-Posten-Listen zeigen dir, welche Rechnungen noch ausstehen oder überfällig sind.

Wie hängen Personalkosten und Finanzbuchhaltung zusammen?

Personalkosten nimmst du aus der Lohnabrechnung in die Fibu auf – oft über Lohnarten und DATEV-Konten. Wenn Stunden, Zuschläge oder Abwesenheiten falsch erfasst sind, verfälschen sich Aufwandskonten. Halte Zeiterfassung und Lohn vor dem Fibu-Import konsistent, besonders bei Schichtbetrieb.

Ersetzt dieser Leitfaden eine Steuerberatung?

Nein. Buchführungspflicht, Gewinnermittlung und Steuerfragen sind einzelfallabhängig. Der Leitfaden bietet einen Überblick für Geschäftsführung und HR – verbindliche Auskünfte und Buchungsentscheidungen gehören in eine Steuerkanzlei. Das gilt besonders bei Rechtsformwechsel, Grenzüberschreitungen oder der ersten doppelten Buchführung. Bei Unsicherheit lohnt ein kurzes Erstgespräch mit deinem Steuerberater.